Skip to main content Scroll Top

Wie KI unser Einkaufsverhalten verändert – Drei Erkenntnisse aus meinem Gespräch mit Dorit Posdorf

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur die Arbeitswelt, sondern zunehmend auch die Art und Weise, wie wir einkaufen. Während viele Unternehmen noch darüber diskutieren, ob ChatGPT oder Claude im Alltag eine Rolle spielen werden, nutzen immer mehr Menschen KI bereits heute, um Produkte zu recherchieren, zu vergleichen und Kaufentscheidungen vorzubereiten. Agentic Commerce entwickelt sich damit von einem Zukunftsszenario zu einer realen Veränderung der Customer Journey.

Genau darüber habe ich im Podcast mit Dorit Posdorf gesprochen. Sie beschäftigt sich intensiv mit den Auswirkungen generativer KI auf Marketing, Commerce und das Konsumentenverhalten. Das Gespräch zeigt eindrucksvoll, dass wir nicht vor einer kleinen technologischen Verbesserung stehen, sondern vor einer grundlegenden Veränderung der digitalen Sichtbarkeit von Marken und Händlern.

Erkenntnis 1: Die Customer Journey beginnt immer seltener mit einer klassischen Suche

Viele Kaufentscheidungen starten heute nicht mehr mit einer Suchmaschine oder dem Besuch eines Onlineshops. Stattdessen formulieren Verbraucher ihre Bedürfnisse direkt gegenüber einer KI. Sie möchten Empfehlungen, Vergleiche und Orientierung – und erhalten diese in wenigen Sekunden.

Dadurch verändert sich die Rolle von Suchmaschinen, Online-Marktplätzen und Händler-Websites. Sichtbarkeit entsteht künftig nicht mehr ausschließlich durch gutes SEO oder bezahlte Werbung, sondern zunehmend dadurch, dass KI-Systeme Produkte verstehen, einordnen und empfehlen können.

Erkenntnis 2: Gute Produktdaten werden zum Wettbewerbsvorteil

Wenn KI-Systeme Kaufempfehlungen geben, benötigen sie strukturierte und verlässliche Informationen. Produktattribute, Verfügbarkeiten, Bewertungen oder technische Merkmale gewinnen dadurch erheblich an Bedeutung.

Für Händler bedeutet das: Wer seine Produktdaten sauber pflegt und maschinenlesbar bereitstellt, verbessert nicht nur das Einkaufserlebnis für Kundinnen und Kunden, sondern erhöht auch die Chance, von KI-Assistenten überhaupt berücksichtigt zu werden.

Erkenntnis 3: Vertrauen wird zur wichtigsten Währung

KI kann Produkte vergleichen. Sie kann Preise analysieren und Informationen zusammenfassen. Was sie nicht ersetzen kann, ist das Vertrauen, das Menschen einer Marke entgegenbringen.

Gerade deshalb werden starke Marken, authentische Bewertungen, Expertise und glaubwürdige Kommunikation künftig noch wichtiger. Wer als Unternehmen bereits heute Vertrauen aufbaut, verbessert seine Ausgangsposition für eine Welt, in der KI einen immer größeren Teil der Kaufentscheidung begleitet.

Meine Einschätzung

Aus meiner Sicht unterschätzen viele Unternehmen noch immer, wie schnell sich die Discovery-Phase des Einkaufens verändert. Die eigentliche Disruption findet nicht erst beim Checkout statt, sondern deutlich früher – nämlich dort, wo Produkte gefunden, bewertet und empfohlen werden.

Deshalb spreche ich in meinen Vorträgen aktuell intensiv über Agentic Commerce, strukturierte Produktdaten, digitale Sichtbarkeit und die Frage, wie Händler und Marken in einer KI-geprägten Customer Journey relevant bleiben können.

Wer tiefer ins Thema einsteigen will, hört das Interview mit Dorit Posdorf. Dort diskutieren wir ausführlich, welche Veränderungen bereits heute sichtbar sind und worauf sich Unternehmen in den kommenden Jahren einstellen sollten.

Hier geht es zum Podcast bei Zukunft des Einkaufens, Spotify und Apple Podcast

KEYNOTE ANFRAGEN bei Marilyn Repp: Zukunft des Handels · KI, Konsum & Customer Journeys

Ähnliche Beiträge