Dies ist eine fiktive Geschichte einer ihrer zukünftigen Kundinnen. Künstliche Intelligenz verändert schon heute unseren Alltag und wie wir konsumieren. Dabei könnte Technologie zunehmend in den Hintergrund rücken und zielgenau Aufgaben übernehmen. Wie KI-Agenten, Voice-Steuerung und Community im Jahr 2030 ineinander greifen könnten – davon erzählt diese Geschichte einer fiktiven jungen Frau.
Es ist Dienstagmorgen im Jahr 2030.
Anna, 31 Jahre alt, wird nicht von ihrem Wecker geweckt. Ihr Longevity-Ring hat erkannt, dass sie ihre optimale Schlafdauer erreicht hat und aktiviert sanft das Licht im Schlafzimmer. Noch bevor sie aufsteht, wirft sie einen Blick auf ihre Gesundheitsdaten.
Schlafqualität: 92 Prozent.
Erholung: Sehr gut.
Stresslevel: Niedrig.
Der Ring empfiehlt ihr, heute wie gewohnt zu trainieren und zu essen.
In der Küche wartet bereits ihr Standardfrühstück: Quark mit Beeren, Nüssen und Haferflocken. Anna hat sich bewusst für Produkte entschieden, die dauerhaft zu ihrem Alltag gehören.
Während sie frühstückt, sagt sie zu ihrem persönlichen KI-Agenten:
„Der Quark wird langsam knapp. Bitte auf die Einkaufsliste setzen.“
Der Agent kennt ihre bevorzugte Marke und ergänzt das Produkt automatisch für die nächste Bestellung.
Die Kaufentscheidung hat Anna längst getroffen. Der Agent übernimmt die Organisation bei ihrem Lebensmittelhändler ihres Vertrauens.
Routinen statt Reizüberflutung
Anschließend absolviert Anna ihr tägliches Krafttraining. Zehn Minuten genügen. Muskelaufbau gilt mittlerweile als eine der wichtigsten Säulen eines langen und gesunden Lebens.
Danach informiert sie sich über aktuelle Entwicklungen – in Messengern und Newslettern.
Social Media spielt dabei keine Rolle mehr. Anna war früher TikTok-süchtig und ist schon seit drei Jahren von allen Plattformen abgemeldet. Außer von den Messengern, über die sie auch ihre Community-Mitgliedschaften managt.
Statt endlos durch Feeds zu scrollen, liest sie einige Newsletter von Expertinnen und Experten, denen sie vertraut. Menschen, die sie über Jahre begleitet haben und deren Einschätzungen sie schätzt. Hier entdeckt sie auch neue Marken und Produkte.
Im Jahr 2030 ist Aufmerksamkeit wieder kostbar geworden.
Menschen folgen einigen wenigen Stimmen, denen sie wirklich vertrauen.
Der Agent wird zum Einkaufsassistenten
Anna arbeitet remote und verbringt den Tag größtenteils zuhause.
Zwischen zwei Meetings fällt ihr ein, dass sie noch einige Dinge benötigt: Waschmittel, Proteinriegel und neue Kontaktlinsen.
Sie notiert alles kurz bei ihrem Agenten per Voice Eingabe.
Dieser bündelt die Bestellungen automatisch und löst sie später im bevorzugten Shop aus.
Die meisten Standardkäufe finden 2030 kaum noch aktiv statt.
Nachbestellungen sind weitgehend automatisiert.
Ihr Agent kennt ihre Präferenzen und Kaufhistorie und agiert dementsprechend.
Die neue Rolle des stationären Handels
Um 17 Uhr trifft sich Anna mit ihren Freundinnen.
Eine Laufveranstaltung steht an.
Organisiert wird sie gemeinsam von mehreren Marken, die ihre Communities miteinander vernetzt haben.
Der Run endet in einem Laufschuhgeschäft.
Dort warten Getränke von den kooperierenden Marken, Musik und Gespräche.
Die Teilnehmerinnen bleiben noch lange nach dem Lauf.
Viele sind gekommen, um Menschen zu treffen, Erfahrungen auszutauschen und Teil einer Gemeinschaft zu sein.
Während Anna mit ihren Freundinnen spricht, fällt ihr auf, dass ihre Laufschuhe langsam ersetzt werden müssten.
Eine Mitarbeiterin berät sie zu mehreren Modellen.
Eigentlich könnte sie ihren KI-Agenten fragen. Dieser kennt schließlich ihre Laufhistorie, ihre Fußform und ihre bisherigen Vorlieben.
Doch die Beratung fühlt sich persönlich an. Die Mitarbeiterin bietet vor Ort eine Analyse ihrer Trainings-App und eine Laufanalyse an.
Das fühlt sich kompetent und vertrauenswürdig an.
Der Store garantiert zudem den besten verfügbaren Marktpreis und überprüft diesen in Echtzeit.
Anna entscheidet sich spontan.
Sie nimmt die Schuhe direkt mit.
Die Kombination aus Community, Beratung und sofortiger Verfügbarkeit überzeugt sie.
Bevor sie geht, meldet sie sich noch für den Newsletter des Stores an.
Dort finden regelmäßig Community-Runs, Lesungen und Workshops statt.
Wenn Produkte wichtiger werden als Shops
Später am Abend sitzt Anna auf dem Sofa.
In wenigen Wochen ist sie auf eine Hochzeit eingeladen und benötigt noch ein Kleid.
Sie bittet ihren Agenten um Empfehlungen.
Innerhalb weniger Sekunden erhält sie eine Auswahl passender Vorschläge.
Der Agent kennt ihren Stil, ihre Größen, frühere Käufe und sogar die Wettervorhersage für den Veranstaltungsort.
Ein Kleid gefällt ihr besonders gut.
Sie kauft es direkt.
Der Checkout findet vollständig innerhalb des Agenten statt, Anna hat nie auf den Store geklickt.
Erst am nächsten Tag, als das Paket ankommt, sieht Anna, von welchem Händler das Kleid überhaupt geliefert wurde.
Der Shop spielte bei der Kaufentscheidung praktisch keine Rolle.
Passform, Stil und Vertrauen in den Agenten waren ausschlaggebend.
Nach dem Anprobieren stellt sie jedoch fest, dass das Kleid nicht perfekt sitzt.
Sie sendet es zurück.
Die Zukunft des Handels ist menschlicher und vernetzter
Bevor Anna schlafen geht, meditiert sie einige Minuten.
Danach telefoniert sie mit ihrem Vater, liest noch einige Seiten in einem Buch und legt sich gegen 22:30 Uhr ins Bett.
Wenn wir auf diesen Tag zurückblicken, fällt etwas auf:
Die Technologie ist überall.
Und gleichzeitig tritt sie fast vollständig in den Hintergrund.
Apps, Plattformen und künstliche Intelligenz sind zu einer selbstverständlichen Infrastruktur geworden.
Für die Zukunft des Handels stellt sich heute die Frage: wie erscheine ich in der Vorauswahl, etwa bei dem Kleid für die Hochzeit? Wie organisiere ich eine Community als stationärer Händler? Welche Zielgruppe spreche ich dort an?
Wie organisiere ich meine Produktdaten, damit ich überhaupt noch in den Agenten stattfinde?

